SEDIMENTZUSAMMENSETZUNG AUS BOHRLOCHDATEN

Prof. Dr. Werner Ehrmann

Dr. Christian Bücker, Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben, Hannover







  Hintergrund:

Geophysikalische Bohrlochmessungen liefern hochauflösende und kontinuierliche Datensätze, die zur Charakterisierung der durchteuften Schichtenfolge benutzt werden können. Eine einfache Korrelation mit den Sedimentbeschreibungen ist jedoch häufig nicht möglich.
  Untersuchungen:
Es wird versucht, aus geophysikalischen Bohrlochmessungen auf die Eigenschaften und die Zusammensetzung der erbohrten Sedimente zu schließen. Dazu werden die zahlreichen geophysikalischen Parameter aus zwei Antarktisbohrungen betrachtet, statistisch bearbeitet und zu Faktoren zusammengefaßt. Dann wird eine Korrelation der Faktoren mit sedimentologischen Daten versucht. Besonders wichtig sind hierbei die Korngrößenverteilung und die Zusammensetzung der Tonmineralfraktion.
  Erste Ergebnisse:
Wie erwartet scheint es sich abzuzeichnen, daß bei den untersuchten Bohrungen ein enger Zusammenhang zwischen geophysikalischen Parametern und sedimentologischen Daten besteht. Korngrößenverteilung, Tonmineralfraktion und Zusammensetzung der Tonmineralfraktion lassen sich aus unterschiedlichen Kombinationen von Bohrlochmessungen ableiten. Gegenüber der klassischen Methode der Berechnung der Tonmineralfraktion aus der natürlichen Radioaktivität hat die Anwendung multivariater statistischer Methoden den Vorteil einer zuverlässigeren Aussagekraft. Die Zusammensetzung der Tonmineralfraktion läßt sich mittels weniger Kalibrierungsmessungen anhand einer multiplen linearen Regression ermitteln.