Masterstudiengang "Geowissenschaften: Umweltdynamik und Georisiken"


Regelungen zum gesetzlichen Unfallversicherungsschutz bei Praktika (Diplomarbeiten, Exkursionen) sowie   Auslandsfahrten


Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz bei der Ableistung von Praktika (Anfertigung der Diplomarbeit) außerhalb der immatrikulierenden Einrichtung


Entsprechend einer Anfrage zum Unfallversicherungsschutz bei der Ableistung der Praktika außerhalb der immatrikulierenden Einrichtung wurde vom Sächsischen Gemeinde- unfallversicherungsverband (SGUVV) folgendes mitgeteilt:

Im Ausland hat die delegierende Hochschule keinen Einfluss auf die Gestaltung und die Organisation des Praktikums, daher ist auch kein Versicherungsschutz über die delegierende Hochschule gegeben. Die ausländischen Praktikumsstellen haben ihre eigenen Regelungen, die im einzelnen vor Beginn des Praktikums erfragt werden sollten, da diese sehr unterschiedlich sind. Zum Teil gibt es ebenfalls Berufsgenossenschaften, die wirksam werden können. Über die delegierende Hochschule ist man im Ausland nicht mehr versichert.

Als Hinweis ein Urteil des BSG:

Nach einem Urteil des BSG vom 30.06.1993 "steht ein Student, der sich für Arbeiten an seiner Diplomarbeit im Ausland aufhält, nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung". Dies ist dahingehend zu erweitern, dass die gesetzliche Unfallversicherung immer dann nicht greift, wenn sich ein Unfall nicht im organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule ereignet und der Studierende einen eigene und unabhängige Leistung erbringen muss, bei der er keinen Weisungen der Hochschule unterworfen ist (aus der Urteilsbegründung).

Bei entsprechenden Auslandsaufenthalten ist demzufolge der Abschluss einer Unfallversicherung anzuraten.

Im Inland ist der Versicherungsschutz für das Praktikum in einer Einrichtung außerhalb der Hochschule über den SGUVV nur dann gegeben, wenn die Hochschule maßgeblichen Einfluss auf die Betreuung, Gestaltung und Organisation des Praktikums nehmen kann. Ereignet sich der Unfall nicht im organisatorischen Verantwortungsbereich der Hochschule ist der Versicherungsschutz über den SGUVV nicht gewährleistet.
 
 

Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz für Studierende bei Auslandsfahrten


Studierende sind während des Hochschulbesuchs in gleicher Weise gesetzlich unfallversichert wie Beschäftigte in Unternehmen. Der Unfallversicherungsschutz erstreckt sich auch auf die Teilnahme an Auslandsfahrten, die im Rahmen des Lehrplans der Hochschule durchgeführt werden (z.B. Hochschulexkursionen). Die Fahrten müssen zu Hochschulveranstaltungen erklärt worden sein und unter Leitung einer Lehrkraft stehen.

Erleidet der Student während einer solchen Auslandsfahrt einen Unfall, der mit dem Zweck der Fahrt zusammenhängt, so ist das rechtlich ein Arbeitsunfall. Tätigkeiten außerhalb der Aufsicht der Lehrkraft (z.B. Abendlicher Discobesuch, Einkäufe) oder Verrichtungen des persönlichen Lebensbereichs (z.B. Waschen, Essen) sind im allgemeinen vom Versicherungsschutz ausgenommen. Unversichert ist auch der Besuch ausländischer Bildungseinrichtungen durch einzelne deutsche Studenten.

Während bei Arbeitsunfällen im Inland der Unfallversicherungsträger die Heilbehandlung, die verschiedenen Leistungen einschließt, selbst gewährt, ist das bei einem Auslandsaufenthalt nicht gegeben. Durch Vorschriften des über- und zwischenstaatlichen Sozialversicherungsrechts ist aber sichergestellt, dass in bestimmten ausländischen Staaten die notwendigen Sachleistungen zu Lasten des deutschen Unfallversicherungsträger erbracht werden können.

Bei einem Arbeitsunfall im Ausland ist daher ebenso zu verfahren wie bei einer Erkrankung, die im Ausland eintritt. Vor Reiseantritt ist bei der Krankenkasse eine Anspruchsbescheinigung zu besorgen. Diese Bescheinigung berechtigt im Erkrankungsfall zum Bezug der erforderlichen Sachleistungen in dem betreffenden Staat. Zusätzlich sollte sich der Versicherte auch das Merkblatt der Krankenkasse für das jeweilige Aufenthaltsland aushändigen lassen.

Bei einem Arbeitsunfall im Ausland muss der aushelfende Versicherungsträger schnellstmöglich durch den Verletzten, eine Lehrkraft oder eine Begleitperson über den Unfall informiert und gebeten werden, sich den Sachleistungsanspruch vom Sächsischen Gemeindeunfallversicherungsverband (SGUVV) bestätigen zu lassen. Zu diesem Zweck ist das Merkblatt A 1 zu Auslandsunfällen des SGUVV vorzulegen. Die Verfahrensweise bei Auslandsunfällen sowie die aushelfenden Trägereinrichtungen für den jeweiligen Staat sind dem Merkblatt A 2 zu entnehmen. Beide Merkblätter können über das Büro für Umweltschutz und Arbeitssicherheit (Tel.: 97-30360) bezogen bzw. in den Studiendekanaten eingesehen werden.